Benimmregeln Reise

Ein kleiner Reiseknigge für Globetrotter

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Benimmregeln Reise: 60 peinliche Fettnäpfchen für Globetrotter

Dem süßen Thai-Kind mal eben über den Kopf streicheln? 4 weiße Blumen für den netten japanischen Gastgeber? Oder zünftig in Ungarn mit Bier anstoßen? Halt, stopp, nein – das macht man hier nicht! Selbst wenn wir es gut meinen, hüpfen Touristen immer wieder mit Anlauf in große Fettnäpfchen. Wir haben über 60 Benimmregeln für Reise und Urlaub gesammelt. Und als besonderes Schmankerl die Top 5 der übelsten Touri-Patzer in Asien dazu gepackt.

Benimmregeln Reise

Finde die Benimmregeln für dein Reiseziel:

Top 5 der größten Touri-Patzer in Asien

In keinem anderen Reiseland treten Touristen regelmäßig in so große Fettnäpfchen als in Südostasien. Der Buddhismus ist dort eine der größten Religionen und es ist gar nicht so einfach, die geduldigen Buddhisten aus er Ruhe zu bringen. Und doch schaffen es Touristen immer wieder mit teils aberwitzigen Aktionen vor Gericht zu kommen, ausgewiesen oder sogar weggesperrt zu werden. Dabei ist es ganz leicht, Plakate und Flyer vor Ort und sogar die thailändische Touristen-Info weisen immer wieder darauf hin: Don’t mess with Buddha!

Wenn Buddha unter die Haut geht

Weil er die „Touristen-Regeln“ verletzt habe, ist ein Spanier im Juli 2016 in der alten Tempelstadt Bagan in Myanmar verhaftet und nach Bangkok ausgewiesen worden. Der Tourist hatte ein Buddha-Tattoo am Bein, das Mönche unter einer kurzen Hose erspäht und als Religionsbeleidigung aufgefasst hatten.

Auch auf Sri Lanka werden Buddha-Tattoos nicht gerne gesehen. 2014 ist die Geschichte von Naomi Coleman um die Welt gegangen. Die Britin kam gar nicht erst weiter als zum Kofferband im Flughafen Colombo, denn unter ihrem weißen Shirt war ihr großes Buddha-Tattoo auf dem Oberarm deutlich zu sehen.

Wenn die Heiligen-Verehrung zu weit geht

Im Strafgesetzbuch von Sri Lanka stellt ein Paragraf die Verletzung religiöser Gefühle unter Strafe. 2012 bekamen das 3 Franzosen deutlich zu spüren. Sie hatten sich in der Tempelanlage fotografiert und dabei Küsse auf Buddhastatuen angedeutet. Als sie anschließend auf die glorreiche Idee kamen, diese Bilder gleich in einem Copy-Shop ausdrucken zu lassen, rief dessen buddhistischer Inhaber prompt die Polizei. Die drei kamen mit einer Haftstrafe von 6 Monaten auf Bewährung und einem (eher symbolischen) Verwarnungsgeld in Höhe von 1900LKR (ca. 12EUR) davon. Was lernen wir daraus? Don’t kiss the Budha!

Wenn 2,5 Jahre Haft für eine Werbeanzeige drohen

Im März 2015 hatten Bar-Manager Phil Blackwood und seine Kollegen die Idee, Buddha für ihre günstigen Drinks auf Facebook werben zu lassen. Dabei soll der Erleuchtete psychedelisch und mit Kopfhörern dargestellt worden sein. Not funny, fand das Gericht in Myanmar und verurteilte alle zu 2,5 Jahre Haft. Uff!

Wenn Touris die Hüllen fallen lassen

Im Sommer 2015 starben 16 Menschen als der Kinabalu auf Borneo bebte. Vielen aus dem Volk der Dusun war klar: Die Wächter des Berges waren zornig. Die Schuldigen waren schnell gefunden, denn wenige Tage zuvor hatte sich eine Gruppe Touristen nackt ausgezogen und Fotos an dem heiligen Berg gemacht. Ihr einheimischer Führer hatte die Backpacker noch gebeten, dies aus Rücksicht auf die Heiligkeit des Berges zu unterlassen. Leider vergeblich. Der Touristenstrip wurde zur halben Staatsaffaire, endete vor Gericht und glimpflich für die Backpacker.

Auch für Lindsey Adams und ihre Schwester Leslie endete der Urlaub abrupt. Die zwei dachten, es sei eine gute Idee im Weltkulturerbe, dem berühmten Angkor-Tempel in Kambodscha, die Hosen runter zu lassen und Fotos von ihren Hintern zu machen. Sie wurden erwischt, bezahlten jeweils 250$ und dürfen das Land 4 Jahre lang nicht besuchen.

Wenn meditative Gesänge den Schlaf rauben

Buddhistische Zeremonien: Traditionelle Gesänge, begleitet von Glocken und Handzimbeln sind eigentlich ziemlich meditativ und besänftigend. Bei einem Niederländer bewirkten sie im Oktober 2016 genau das Gegenteil. Er konnte nicht einschlafen und machte sich wütend auf den Weg. In einer Halle in der Nachbarschaft fand er die Quelle seiner Ruhestörung. Und zog rigoros den Stecker aus dem Verstärker. So Jungs, Schluss für heute! Ruhe jetzt! Gebracht hat es ihm nicht viel, denn für die nächsten 3 Monate schläft er wegen Beleidigung des buddhistischen Glaubens in einer Gefängniszelle. Ob es da ruhiger zugeht, bleibt zu bezweifeln.

Benimmregeln Südostasien

Pack die (Stinke-) Füße weg
Füße gelten in Asien als unrein. Und das werden sie in FlipFlops auf staubigen Straßen oft auch unweigerlich. Deshalb heißt es vor Betreten der meisten Räumlichkeiten: Schuhe aus! Man sollte auch darauf achten, sich nicht so zu setzen, dass die Füße auf eine andere Person oder heilige Statue zeigen. Der Schneidersitz oder auf den Knien bietet sich an (wenn es der eigene Körper zulässt).

Den Kopf achten
Als Gegenstück zu den unedlen Füßen, gilt der Kopf als heiligstes Körperteil. Die Berührung durch einen Fremden kann als Entweihung und fehlender Respekt interpretiert werden. Am besten also von spontanem (Kinder-) Kopftätscheln absehen, auch wenn es noch so nett gemeint ist.

Reserved for clergy
In öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden ist oft ein Bereich für Mönche reserviert. Sie dürfen keinen Körperkontakt zu Frauen haben. Das sollten Globetrotterinnen achten. Wer sich direkt neben einen Mönch setzt, kann ihn in Bedrängns bringen. Die eindrucksvoll gewickelten und leuchtenden Roben dürfen natürlich bestaunt, aber nicht betatscht, werden.

Buddha bleibt da
Streng genommen ist die Ausfuhr jeglicher Buddha-Statuen und -Darstellungen aus Thailand nur mit Genehmigung erlaubt. Der Zoll macht bei kleinen (nicht antiken) Figuren aber meist keine Probleme. Wer jedoch eine große Figur mit nach Hause nehmen will, sollte sich vorab nach einer Genehmigung erkundigen. Ein entsprechend würdevoller Transport wird vorausgesetzt: Also nicht in schmutziger Wäsche einwickeln oder ganz unten in den Rucksack stopfen.

Thailand und der König
Im Oktober 2016 verstarb der in ganz Thailand hochverehrte König Bhumibol Adulyadej. Seit dem Tod Bhumibols haben Anzeigen und Anklagen wegen Majestätsbeleidigung sprunghaft zugenommen, berichtet die Welt. Kronprinz Maha Vajiralongkorn wird die Thronfolge übernehmen. Erste Festnahmen wegen des Beleidigung des neuen Königs gab es bereits. Die königliche Familie wird mit nahezu religöser Hingabe verehrt. Mit Ehrenplätzen in öffentlichen und privaten Gebäuden sowie auf Geldmünzen und -Scheinen. Kritik am König oder seiner Familie wird nicht nur missachtet, sondern auch hart geahndet.

Land des Lächelns
Wer in Südostasien sein Gesicht waren will, sollte immer recht freundlich bleiben. Ständiges Nörgeln, lautes, eindringliches Sprechen mit großen Gesten oder gar ein Wutausbruch mit Geschreie zeigt Unbeherrschtheit und führt unweigerlich zu einem Ansehensverlust. Für den, der schreit und für den, der angeschrien wird.

Benimmregeln Indien

Fingerfood
In Indien sagt man „Essen mit Messer, Gabel und Löffel ist wie die Liebe über einen Dolmetscher“. Hier wird traditionell mit der Hand gegessen. Aber nur mit der rechten. Die Linke wird zum Säubern nach dem Toiletengang genutzt und hat deswegen (auch nach dem Waschen) nichts im Essen zu suchen.

Tierisch achtsam
Kleidung aus Tiermaterial, wie Lederröcke oder -jacken werden in Indien nicht gerne gesehen (Schuhe oder Gürtel sind eine Ausnahme). Auch auf nächtliches Küheschubsen sollte man verzichten, denn die sind hier heilig.

„Sorry“ auf Indisch
Du bist in Indien in ein Fettnäpfchen getreten und möchtest ausdrücken, dass es dir sehr unangenehm ist? Dann rät GEO, die Ohrläppchen zwischen die Finger zu nehmen. Ohren gelten in Indien als heilig und das berühren der Ohrläppchen wird deshalb als Aufrichtigkeit assoziiert.

Was heißt das, wenn Inder mit dem Kopf wackeln?

Wer mal genau darauf achtet: Auch in Deutschland wird beim Sprechen viel Kopf-genickt und -geschüttelt. In Indien gehören Kopfbewegungen zum guten Ton. Aber eben ganz anders bei uns, und deswegen für Neuankömmlinge meist erst befremdlich. Wer hier reglos zuhört, kann als unaufmerksam, sogar unhöflich missverstanden werden. Hier gibt’s die Erklärung…

  • Wackelt der Kopf hin und her heißt das JA! (und sorgt bei uns für die größte Verwirrung)
  • Wird der Kopf wie bei unserem Nein geschüttelt, heißt das auch NEIN
  • Dazwischen gibt es die goldene Mitte, die VIELLEICHT heißt.

Immer noch verwirrt? Dann schau dir mal dieses lustige Video zum Thema an…

Benimmregeln Indien

Fettnäpfchenführer Indien: Be happy oder das no problem-Problem

Benimmregeln Indien

Kulturschock IndienAlltagskultur, Traditionen, Verhaltensregeln

Benimmregeln China

Ich höre, es schmeckt gut
Schlürfen, Schmatzen, Schnalzen, Rülpsen – wenn es in China gut schmeckt, dann ist das deutlich zu hören. Als Tourist muss man es zwar nicht übertreiben aber die gewohnten Tischsitten können zuhause bleiben. Für die Chinesen bedeutet Essen Wohlgefühl und mit vollem Mund zu reden, gehört dazu. Ganz anders sieht es aus mit Naseputzen, das ist am Tisch verpönt und sollte lieber auf der Toilette gemacht werden.

Anstandsreste
Ein leerer Teller bringt gutes Wetter? Nicht im Reich der Mitte. Wer hier leerputzt signalisiert, dass er noch Hunger hat. Wenn du also satt bist, lass einen kleinen Rest auf dem Teller zurück.

Na dann, Prost!
„Ganbei“ ist ein allseits beliebter Trinkspruch. Man kann es mit „trockenes Glas“ oder „auf Ex“ übersetzen. Wer selbst nachschenkt, outet sich in China als Säufer. Der Gastgeber kümmert sich um den Nachschub, erhebt als erstes das Glas und spricht den Toast.

Zahlen, bitte
Es ist nicht üblich, getrennt zu bezahlen. Traditionell übernimmt eine Person die Rechnung. Wer das ist, kann zu lauten, langen Debatten führen. Meist steht es aber von vorherein fest: Die Person, die mit dem Gesicht zur Tür sitzt und ein Glas mit Servietten-Deko hat, übernimmt die Rechnung.

Apropos Zahlen
Wer ohne Mandarin-Kenntnisse ins Land reist, wird seine Hände (und am besten eine Übersetzer-App) nutzen müssen. Es ist sehr hilfreich das chinesische Fingerzählsystem zu beherrschen, sonst hat man anstatt zwei schnell mal 8 Bier bestellt. Das sind nämlich dieselben Gesten.

Benimmregeln China Zahlen

Achtung Geschenke
Gastgeschenke sind in China gern gesehen, doch es gibt Benimmregeln und damit Fettnäpfchen für den unwissenden Touri:

  • Die Zahl vier wird auf Mandarin genauso ausgesprochen wie das Wort für Tod. „Shi“. Verschenke also nie vier Stück einer Sache.
  • Eine Uhr zu verschenken ist ein Fauxpas. Sie signalisiert dem Beschenkten, dass seine Zeit bald abgelaufen ist.
  • Messer und Scheren können auch daneben gehen. Sie symbolisieren die Trennung der Freundschaftsbande. Allerdings wird das bei deutscher Markenware nicht ganz so eng genommen.
  • Geschenke und Einladungen beinhalten meist automatisch die Verpflichtung, sich zu revanchieren. Deswegen besser nicht zu teuer schenken, das könnte den Empfänger in Bedrängnis bringen.
  • Es ist nicht üblich, Geschenke gleich und im Beisein des Schenkenden auszupacken. Man freut sich, legt es beiseite und packt es aus, wenn man allein ist.
  • Blumen werden in der Regel nur im Todesfall verschenkt.
  • Rotes (oder gelbes) Papier eignet sich am besten für eine Geschenkverpackung, denn das die Glücksfarben in China.

Der Leise spricht mit lauter Stimme…
…so lautet eine der unzähligen chinesischen Weisheiten. Lautes Sprechen oder gar Schreien führt zu Gesichtsverlust (und den sollte man auf jeden Fall vermeiden).

Selbstbewusstsein mal anders
Bei uns darf es gerne fest sein: Vom Händedruck bis zum Blick. Das bedeutet Selbstbewusstsein. In China sind diese Sachen eher unhöflich. Ein schlaffes Ineinanderlegen der Hände, zusammen mit einer angedeuteten Verbeugung gehören hier zum guten Ton. Und Menschen finden es eher unangenehm, wenn man ihnen zu lange in die Augen sieht.

Benimmregeln Japan

Tischmanieren auf Japanisch
Wie in China, werden Suppen und Nudeln in Japan als Zeichen des Genusses geschlürft. Anders als im Reich der Mitte, ist es in Japan aber nicht schicklich zu Rülpsen. Auch wenn es leichter wäre, stecke die Stäbchen nicht senkrecht ins Essen – das ist den Opfergaben für Tote vorbehalten. Und auf gar keinen Fall sollte man Essen mit den Stäbchen weitergeben, denn nach einem buddhistischen Ritual werden so Knochen aus der Asche an die Hinterbliebenen überreicht. Übrigens: Selbst wenn dich der Hunger quält, essen in öffentlichen Verkehrsmitteln wird nicht gern gesehen!

Chin Chin!
Selbst nachschenken hat in Japan einen faden Beigeschmack und sollte besser der Begleitung überlassen werden. Und zwar erst, wenn das Glas ganz leer ist. Ein halbvolles Glas bedeutet nämlich, dass man nichts mehr trinken will. Und nicht mit „Chin Chin“ anstoßen! Das hört sich vielleicht passend an, bedeutet aber „Penis“.

Besser nicht Niesen
Öffentlich Niesen geht in Japan gar nicht. Also unterdrücken, im schlimmsten Fall galant die Nase hochziehen und zum Naseputzen die nächste Toilette suchen.

Hier zeigt keiner Zähne
Was bei uns für’s Gähnen gilt, sollte in Japan schon beim Lachen erfolgen: Hand vor den Mund! Lautes Lachen und Zähnezeigen gelten als unhöflich.

Achtung Geschenke
Mit weißen Blumen oder Geschenkpapier liegt man in Japan daneben, denn das ist die Farbe der Trauer. Auch die Zahl vier ist ein Hinweis auf den Tod. Vier Stück von einer Sorte? No-Go! Man meidet die vier sogar auf Nummernschilder, Hotelzimmern und ganze Etagen mit der Ziffer werden ausgelassen. Die Angst vor der vier in vielen asiatischen Ländern hat übrigens einen Namen: Tetraphobie.

Hallo auch
Die korrekte japanische Begrüßung ist eine leichte Verbeugung mit geradem Rücken. Schulterklopfen, Begrüßungskuss oder Händeschütteln sind nicht üblich. Wer in der Hierarchie niedriger steht, verbeugt sich auch tiefer. Der Mittelweg ist für Nicht-Japaner die beste Lösung.

In Japan haben Visitenkarten eine große Bedeutung. Vom Manager bis zur Hausfrau – wer Persönlichkeit hat, hat auch ein Kärtchen. Verknickte, schmutzige oder vollgekritzelte Karten werden nicht gern gesehen. Der Austausch folgt einen bestimmten Ritual:

  1. Der Ältere oder Ranghöhere gibt seine Karte als erstes. Weil sie von Herzen kommt, mit beiden Händen und so, dass sie vom Gegenüber direkt gelesen werden kann.
  2. Der Empfänger nimmt die Karte mit beiden Händen und verbeugt sich.
  3. Jetzt wird die Visitenkarte intensiv inspiziert.
  4. Danach ist die andere Person an der Reihe.

Bitte vielmals um Entschuldigung
Das vielleicht wichtigste Wort einer Japanreise? Sumimasen. Das passt immer und heißt sowohl „Entschuldigen Sie bitte!“, „Es tut mir leid!“ als auch „Danke!“.

Benimmregeln Japan

Fettnäpfchenführer Japan: Die Axt im Chrysanthemenwald

Benimmregeln Japan

Kulturschock JapanAlltagskultur, Traditionen, Verhaltensregeln

Benimmregeln Australien

(Nicht) Blamieren wie Bush
1992 besuchte Bush Senior den roten Kontinent. In Canberra kam er an einer Gruppe Farmer vorbei, die wegen U.S.-Subventionen demonstrierten, und wollte wohl freundlich sein. Lächelnd zeigte er mit der Hand das Victory-Zeichen, mit der Handfläche nach vorn. Ein massives Fettnäpfchen. Er hatte gerade den australischen „doppelten Stinkefinger“ erhoben. Den bekam der verdutzte Präsident dann prompt von einigen Leuten zurück. Ups! Das kann auch leicht beim Bier-Bestellen im vollen Pub passieren und peinlich enden.

Benimmregeln Australia VSign

Photo credit: Rex Features

Dresscode Down Under
Vor manchen Bars in Australien wirst du Schilder sehen, die das Tragen von FlipFlops und Shorts untersagen. Denke daran, wenn du deine Urlaubscheckliste erstellst.

Bitte vorne einsteigen
Wer (alleine) in Australien unterwegs ist und in ein Taxi steigt, sollte den Vordersitz wählen. Denn Smalltalk und Gleichheit werden hier groß geschrieben. Ein Fahrgast auf dem Rücksitz würde Distanz schaffen und kann den Fahrer verärgern.

Benimmregeln Australien

Fettnäpfchenführer Australien: Wie man dem fünften Kontinent auf den Busch klopft

Kulturschock Australien

Kulturschock Australien: Praktischer Reiseknigge

Benimmregeln Neuseeland

Wohlfühlabstand bitte
Auf der (wirklich lesenswerten) Regierungsseite für NZ-Neuankömmlinge heißt es „Wir kommen aus einem Land mit viel Platz und mögen es nicht, wenn man uns zu nahe rückt“. Kiwis sind überaus freundlich und offen für neue Bekanntschaften aber ein wenig Wohlfühlabstand sollten man ihnen lassen. Tatsächlich physisch und auch thematisch im Gespräch. Wer nicht danebengreifen will, wählt „sichere Themen“ wie Sport (gerne Rugby), Wochenenderlebnisse, das Wetter oder natürlich die atemberaubende neuseeländischen Landschaft.

Diese Dinge sind „tapu“
Manche Regeln in Neuseeland basieren auf Maori-Glauben. Dinge oder Örtlichkeiten, die „tapu“ sind, dürfen nicht berührt oder besucht werden. Dazu gehört z.B. Schuhe in Innenräumen zu tragen (v.a. nicht im Zeremoniebereich) und auf Tischen oder Kopfkissen zu sitzen.

Helmpflicht fürs Radfahren
Seit 1994 müssen Fahrradfahrer Helme tragen. Wer diese Regel ignoriert, riskiert eine Strafe von bis zu 500 NZD mit folgendem Gerichtstermin.

„Yeah right“
Die gutherzigen Kiwis sagen nicht gerne „Nein“. Also reden sie manchmal drum herum. Sie sagen „not sure“ oder „not really“. „Yeah nah“ heißt „wahrscheinlich nicht“. Wer ein „Yeah right“ mit sarkastischem Unterton zu hören bekommt, kann das mit „definitiv nicht“ übersetzen.

Hier findest du weitere Benimmregeln für Neuseeland als eBook oder gebundene Ausgaben: Im Fettnäpfchenführer und in der Gebrauchsanweisung Neuseeland.

Benimmregeln USA

Tipping tips
Benimmregel No. 1 in den USA: Das Trinkgeld. Bei vielen Angestellten, wie Kellnern und Taxifahrern, macht der „Tip“ den größten Teil des Einkommens aus. Die Faustregel dafür: 15 bis 20% des Nettobetrages. Sollte der Service wirklich schlecht sein, gibt man trotzdem 10%. In Touristenhochburgen werden oft schon automatisch 15% auf die Rechnung gesetzt. Ist der Gast damit nicht einverstanden, kann er den Posten streichen und entsprechend ändern.

Restaurant Etiquette
Wer in den USA in ein Restaurant geht, sucht sich nicht selbst einen Tisch, man bekommt einen zugewiesen. Freie Platzwahl gibt es höchstens in der Mensa. Bezahlt wird meist auf einer Rechnung und zwar pronto. Ewig im Restaurant zu sitzen, macht keinen guten Eindruck. Mehr noch: Man kann auch einfach rausfliegen. Hier gibt´s kein Prosit der Gemütlichkeit! Das findet man in der nächsten Bar.

Verkehrskontrollen
Wer auf der Straße angehalten wird, sollte ganz genau hinhören, zu was die Polizei auffordert und artig Folge leisten. Anhalten, sitzenbleiben und beide Hände ans Lenkrad sind ein guter Anfang. Tunlichst unterlassen sollte man hektische Bewegungen; ein Griff in die Jackentasche oder das Handschuhfach könnten missinterpretiert werden und ungut enden.

Smalltalk, aber richtig
Die meisten Konversationen in Amerika startet mit einem „How are you?“. Diese Einstiegsfloskel sollte man aber nicht zu wörtlich nehmen. Wer jetzt mit seiner Krankheitsgeschichte, dem miserablen Flugzeugessen oder ähnlichem anfängt, wird schnell auf taube Ohren stoßen. Nicht wundern, wenn du im Land der unbegrenztem Möglichkeiten eimerweise Komplimente abbekommst. Das ist kein Grund, gleich über einen Job als Fotomodel nachzudenken, sondern gehört einfach auch zum Smalltalk dazu. Themen wie Religion, Sex oder Politik hingegen haben da nichts verloren.

Der verschnörkelte Weg aufs Klo
Streiche auf jeden Fall die Frage nach der „toilet“ aus deinem Sprachgebrauch! Denn der gepflegte Ami benutzt den „Restroom“ oder „Ladies room“ bzw. „Men’s room“. Nur zum Makeup auffrischen und Nasepudern versteht sich. 🙂

Textilfrei ist tabu
Die sonst so lockeren Amerikaner sind beim Thema Nacktheit eher konservativ. Wenn du deine Urlaubskasse (in manchen Staaten) nicht um ein saftiges Strafgeld erleichert willst, lass auf jeden Fall den Bikini an. Das gilt für Strand, Sauna und auch für die Kleinsten: Mal kurz nackig in den Pool hüpfen? No way!

Textilfrei ist tabu
Die sonst so lockeren Amerikaner sind beim Thema Nacktheit eher konservativ. Wenn du deine Urlaubskasse (in manchen Staaten) nicht um ein saftiges Strafgeld erleichert willst, lass auf jeden Fall den Bikini an. Das gilt für Strand, Sauna und auch für die Kleinsten: Mal kurz nackig in den Pool hüpfen? No way!

Benimmregeln Amerika FKK

Sensibles Thema: Alkohol
Informiere dich vor deiner Abreise, wie der Staat, den du besuchen willst, das Thema regelt. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, packe im öffetnlichen Raum eine Papiertüte um die Flasche Alkohol. Egal ob es Champagner oder billiger Fusel ist. Sichtlich angeheitert solltest du dich besser nicht zeigen, das kann im schlimmsten Fall eine Verhaftung und eine Nacht in der Ausnüchterungszelle nach sich ziehen. Alk ist in den USA offiziell erst ab 21 Jahren legal. Und betrunken am Steuer erwischt zu werden, ist sehr ungünstig. In Kalifornien z.B. kommt dabei zur Nacht in der Zelle auch noch eine satte Geldstrafe von 10.000 USD.

Baby Shower und Black Tie
Das Handtuch bleibt bei einer Einladung zur „Baby Shower“ besser zuhause. Präsente für die werdende Mutter, bzw. ihr Ungeborenes, solltest du hingegen dabei haben. Achtung, hier ist Kitsch-Alarm angesagt! Wer auf einer Einladung den Zusatz „Black Tie“ entdeckt, sollte nicht nur eine schwarze Krawatte, sondern einen Smoking/Abendkleid anziehen.

Hier findest du weitere Benimmregeln für Amerika als eBook oder gebundene Ausgaben: Im Fettnäpfchenführer und in der Reihe KulturSchock.

Benimmregeln England

Warum stellen die sich so an?
Es ist nicht nur ein Gerücht aus dem Englischunterricht. In England wird oft und brav Schlange gestanden und dafür gibt es ein paar Benimmregeln. Eine Anleitung:

  • Der Abstand zum Vordermann ist genau zu bemessen. Rückt man zu nah, ist das ein unschöner Eingriff in die Privatsphäre. Lässt man zu viel Abstand, wird ein Neuankömmling unweigerlich fragen „Are you in the queue?“ (Stehen Sie in der Schlange?). Das mag zwar höflich klingen, kann aber eher mit „Du Depp, weißt du nicht, wie man sich richtig anstellt?“ übersetzt werden. Wie beim Tanzen mit Tante Hildegard, beschrieb der Guardian die Faustregel für den perfekten Abstand.
  • Ganz typisch für England ist auch die „Ein-Mann-Schlange“. Wer als erster an der Bushaltestelle ankommt, bildet den Schlangenkopf. Kommt jemand dazu und stellt sich nicht direkt hinter ihn an, folgt prompt die Belehrung: „This is a queue.“
  • Sonderfall: Öffnet im Supermarkt eine neue Kasse, wäre es in England unmöglich, einfach loszurennen und dort willkürlich eine neu Schlange zu bilden. Vielmehr musst du deinen neuen Platz entsprechend dem in der alten Schlange finden. Das ist hochkompliziert und geht nur mit viel Höflichkeit. „Ich glaube Sie waren vor mir“ und „Nein, bitte nach Ihnen.“
  • Drängeln ist in England unbekannt und gesellschaftlich eher geächtet. Doch das gleiche gilt auch für öffentliches Szene-machen. Daraus folgt: Wenn sich mal jemand vordrängelt, bekommt er nicht viel ab – höchstens Kopfschütteln, hochgezogene Augenbrauen, ein Gemurmeltes „tststs“ oder „Hat man das schon mal gesehen?“.

Waliser und Schotten…
…sind keine Engländer! England ist ein Land für sich, genauso wie Schottland und Wales. Jedes dieser Länder hat eine ausgeprägte nationale Identität, eigene Gesetze, eigene Parlamente, Schulsysteme und Fußballmannschaften. Wenn du einen Schotten als Engländer bezeichnest, kann es schnell passieren, dass du einen Freund weniger auf der Welt hast.

Hier findest du weitere Benimmregeln für Großbritannien als eBook oder gebundene Ausgaben: Im Fettnäpfchenführer und in der Reihe KulturSchock.

Benimmregeln Russland

Leerer Teller, gutes Wetter?
In Deutschland wird Kindern beigebracht, wer seinen Teller blitzblank leer isst, sorg für gutes Wetter. In Russland hingegen sorgt ein leerer Teller dafür, dass du immer wieder nachgereicht bekommst. Wer satt ist, sollte einen kleinen Rest liegen lassen.

Händeschütteln auf russisch
Der gewohnte Händedruck mit dem Gegenüber reicht bei einer Russland-Reise völlig aus. Man sollte allerdings vermeiden, sich direkt über einer Türschwelle die Hände zu schütteln. Das bringt russischem Aberglauben nach Unglück über Haus und Familie.

Blumengrüße
In Osteuropa werden Blumen in ungerader Zahl verschenkt. Ein Strauss mit gerader Anzahl landet ausschließlich auf Friedhöfen. Mit einer Flasche Wein für die Dame oder Wodka für den Herrn liegst du meist aber ohnehin besser.

Hier findest du weitere Benimmregeln für Russland als eBook oder gebundene Ausgaben: Im Fettnäpfchenführer und in der Reihe KulturSchock.

Benimmregeln Türkei

Richtig feilschen
Feilschen gehört zum guten Ton auf türkischen Basaren. Doch es gibt auch hier Benimmregeln: Vor allem soll es Spaß machen. Wer ohne wirkliche Kaufabsicht handelt, ist nah an einer Beleidigung. Zuerst nennt der Händler seinen Preis, dann äußert der Käufer seine Vorstellung (die sollte nicht unter der Hälfte liegen). Bei all dem gilt natürlich: Immer schön freundlich bleiben!

Obacht mit Gesten
Wenn du gerne mit Gesten hantierst, dann gib beim Türkei-Urlaub ein bisschen acht. Geschlossener Daumen und Zeigefinger heißt bei uns „Alles bestens“ oder „Besonders lecker“. In der Türkei ist das ziemlich obszön. Wenn du jetzt mit hochgestrecktem Daumen dein Fettnäpfchen wieder gut machen willst und dabei auch noch die Hand nach oben und unten bewegst, ist das der nächste Fauxpas. Das ist nämlich eine Aufforderung zu homosexuellen Handlungen.

Zurückhaltung, die Herren
Verschleierte Frauen sind tabu. Bloßes Ansprechen ist mehr als aufdringlich und zieht im schlimmsten Fall großen Ärger mit den männlichen Verwandten nach sich. Vor allem in ländlicheren Gegenden sollte Mann sich auch nicht unbedingt in öffentlichen Verkehrsmitteln neben eine Frau setzen.

Hier findest du weitere Benimmregeln für die Türkei als eBook oder gebundene Ausgaben: In der Gebrauchsanweisung für die Türkei.

Benimmregeln Ungarn

Trinkmanieren in Ungarn
Geselligkeit hin oder her, in Ungarn solltest du nicht mit Bier anstoßen. Es war sogar 150 Jahre lang verboten. Und wenn Anstoßen, dann nur mit dem Zusatz „Haynau soll sterben“. Das hat historische Gründe: 1849 war Julius Jakob Haynau Militärbefehlshaber und für Exekutionen zuständig. Damals feierten die Henker im Auftrag von Kaiser Franz Joseph I die Hinrichtung mehrerer ungarischer Generäle mit Bier. Bei anderen alkoholischen Getränken ist Anstoßen ok.

Den ersten Toast spricht der Gastgeber, ist das Essen vorbei erhebt einer der Anwesenden das Glas auf ihn. Übrigens: Mit der Aussprache des Trinkspruchs „Egészségedre“ („Auf deine Gesundheit“) muss man etwas vorsichtig sein. Daraus kann schnell „egész seggedre“ werden – was soviel heisst wie „Auf deinen Hintern“.

Hier findest du weitere Benimmregeln für Ungarn als eBook oder gebundene Ausgaben: Im KulturSchock Ungarn.

Benimmregeln Italien

Feinripp ist nicht Dolce Vita
Die meisten Reisenden wissen bereits, dass sie in Badekleidung nicht durch Städte laufen sollten. Das gilt fast überall: In Spanien, der Türkei und auch in Deutschland kann man schräge Blicke ernten. In Italien kommt einem das Freikörpergefühl dazu noch teuer zu stehen. Wer beispielsweise in Venedig in Bademontur über öffentliche Plätze schlendert und erwischt wird, kann mit Bußgeldern bis zu 200 Euro rechnen. Auch das Feinripp-Unterhemd sollte beim Stadtbummel im Koffer bleiben. In Italien legt man viel Wert auf stilvolle Kleidung. In Kirchen werden bedeckte Schultern und Beine vorgeschrieben.

2 Wege peinlich zu bezahlen
Kommt die Rechnung, hast du in Italien gute Chancen auf Fettnäpfchen zum Nachtisch. 1. Indem du Einzelabrechnungen mit exakter Zuordnung für jede Person am Tisch verlangst. Und dich dann 2. über den vermeintlich zu hohen Betrag beschwerst. Oft wird nämlich „il coperto“, das Gedeck, pauschal mit etwa 3 Euro pro Person dazugerechnet.

Hier findest du weitere Benimmregeln für Italien als eBook oder gebundene Ausgaben: Im Fettnäpfchenführer und in KulturSchock Italien.

Benimmregeln Spanien

Wenn’s dreckig ist, hat’s geschmeckt
In Deutschland würden Gäste sofort kehrt machen oder gar das Gesundheitsamt rufen. Doch wenn in Spanien der Boden einer Tapas-Bar mit Olivenkernen und Servietten übersät ist, dann ist sie erste Wahl. Denn diese Bar hat viele Kunden und die Tapas schmecken. Die Entsorgung auf dem Boden gehört dazu, einfach mitmachen.

Einmal Schwanz bitte
Wie oft dieser Touri-Patzer schon vorgekommen sein muss! Wenn du in Spanien eine Cola bestellst, dann sollte das auf jeden Fall eine vollständige „Coca-Cola“ sein. „Cola“ allein bedeutet Schweif, Schlange oder auch Penis.

Hier findest du weitere Benimmregeln für Spanien als eBook oder gebundene Ausgaben: Im Fettnäpfchenführer und in KulturSchock Spanien.

Benimmregeln Frankreich

Salat bitte falten
In Frankreich wird alles mit Besteck gegessen. Egal ob Obst, Hühnchen oder Pizza. Besonders gut benimmst du dich, wenn du die hohe Kunst beherrschst, den Salat nicht zu schneiden, sondern mundgerecht zu falten. Außer Baguette. Das wird gebrochen, aber bitte nicht in die Soße getunkt.

Süße Küsse
Wer auf süßes Zuckergebäck steht, sollte „meringue“ bestellen, kein „baiser“. Außer, du willst den Bäcker recht derb zu unzüchtigen Handlungen auffordern.

Warte mal kurz
Im Restaurant bekommst du in der Regel einen Platz zugewiesen. Also nicht einfach irgendwo hinsetzen. Übrigens: Ein mega-breites Lächeln (Kellnern oder Verkäuferinnen) gegenüber, gilt in Frankreich als sehr amerikanisch und ist hier absolut nicht chic.

Parlez-vous…
Einfach auf englisch losplappern? Mon Dieu! Das geht in Frankreich nicht. Ein paar Sätze solltest du dir vor deiner Reise aneignen. Zumindest „Parlez-vous anglais, Madame/Monsieur?“ sollte sitzen. Die zusätzliche Anrede „Madame“ oder „Monsieur“ ist üblich bei Begrüßungen, Verabschiedungen… eigentlich immer. Siezen wird vorausgesetzt.

Hier findest du weitere Benimmregeln für Frankreich als eBook oder gebundene Ausgaben: Im Fettnäpfchenführer und in KulturSchock Frankreich.

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2017-09-20T15:57:59+00:00

About the Author:

Judith hat ein innigeres Verhältnis zu ihrem Reise-Rucksack als zum Kleiderschrank. "Wenig, aber gut" lautet die Pack-Devise. Deswegen lässt sie sich Zeit bei der Equipment-Wahl und nimmt auf Reisen nur wenige Lieblingsteile mit. Strecke machen und auf dem Boden bleiben – das mag sie besonders gerne. Dabei es ist egal: Ob zu Fuß im Dschungel. Mit dem Motorrad in der Wüste. Mit Rucksack auf den nächsten Berg oder mit dem Boot im Meer.

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