Vor jeder Reise das gleiche Spiel: Wo finde ich den günstigsten Flug? Soll ich jetzt schon zugreifen oder lieber noch ein bisschen warten? Zwar hat Walter Nissen (1908-1993) in seinem Leben keine Flugsuchmaschine genutzt, sein Zitat passt aber trotzdem:

„Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müsste man es im Hauptberuf betreiben.“

Flugtipps

Wer beruflich nicht umsatteln möchte, kann sich eines der Bücher von Scott Keyes zu Gemüte führen. Der US-Amerikaner hat ganze zwei Werke verfasst, die sich ausschließlich mit der Jagd nach dem günstigsten Flug befassen. Wem auch das zu zeitaufwändig ist, der schaut sich unsere Tipps hier an. Mit Bedacht gesammelt und von Reiseprofis erprobt. Fliegen und Sparen – so einfach geht´s…

1. Flugpreise online vergleichen: Wie und wo genau?

Flugsuchmaschinen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Und alle versprechen das gleiche: Billig fliegen wie noch nie! Die Überraschung folgt meist erst nachdem man all seine Daten mühsam eingetippt hat: Extra-Gebühr für Gepäck, Extra-Gebühr für Kartenzahlung, Extra-Gebühr für die unabkömmliche Zusatzversicherung. Keine Spur mehr vom ach-so-günstigen Grundpreis. Zwischen den Flugsuchmaschinen herrscht, neben den Konkurrenzdruck, auch ein großer Serviceunterschied. Grundsätzlich gilt: Vorsicht mit Unister-Portalen (z.B. Fluege.de, ab-in-den-urlaub.de, airline-direct.de, …)! Verbraucherschützer raten immer wieder von den Seiten des Konzerns ab, denn Zusatzgebühren lauern hinter jeder Ecke.

Unser Tipp: Nutzt Meta-Suchmaschinen, wie momondo. Die Seite durchforstet in kurzer Zeit über 1000 Angebote direkt von Fluggesellschaften, als auch die von Reiseportalen wie Expedia oder ebookers, und listet sie übersichtlich auf. Wer hier sucht, hat große Chancen ein echtes Flugschnäppchen zu ergattern. Auch das relativ neue Flugticket-Portal OneTwoTrip schneidet in Tests gut ab. Wer auf das absolut günstigste Angebot Wert legt, sollte immer mehrere Vergleichs­seiten heranziehen.

2. Internetseiten der Airlines checken

Oftmals zeigen die Flugsuchmaschinen Preise der Billig-Flieger-Airlines nicht an. Hier gibt es eine Liste aller Airlines weltweit, die sich nach Belieben sortieren lässt. Ein Besuch und der Preisvergleich direkt bei der Billig-Airline lohnt sich allemal.

3. Günstige Gabelflüge prüfen

Wer sich am Reiseziel fortbewegt oder mit dem Heimatflughafen flexibel ist, sollte die Möglichkeit von Gabelflügen (oder sog. Multi-Stopp-Flügen) checken. Wenn Start- und Zielflughafen bei Hin-/Rückreise nicht unbedingt dieselben sein müssen, kann man einiges sparen. Ein paar Flugportale, wie kayak.de, suchen die besten Kombinationsmöglichkeiten heraus.

4. Bester Zeitraum für die Flugbuchung

Last-Minute oder doch so früh wie möglich? Es gibt ganze Studien, die sich damit befassen, wann der beste Zeitpunkt ist, um ein günstiges Flugticket zu finden. Die Antwort ist wie immer: Irgendwo mittendrin. Die Ergebnisse der letzten großen Studie zu günstigen Flugtickets wollen wir euch nicht vorenthalten:

  • Inlandsflüge sind 57 Tage vor Abflug am günstigsten
  • Internationale Flugtickets kauft man am besten 171 Tage vorher
  • Dienstags buchen: Da sind die Preise am niedrigsten
  • Zwischen Dienstags und Donnerstags fliegen (Samstag geht auch) und Feiertage/Großveranstaltungen meiden

Unser Tipp: Frühzeitig anfangen zu suchen und den Ticketpreis eine Weile lang beobachten. Eigenes Budget festlegen und zuschnappen, wenn der Preis dementsprechend liegt. Und wenn man das günstige Flugticket dann hat, NICHT mehr weiterschauen!

5. Flexibilität macht sich bezahlt

Flexibilität bei den Flugdaten zahlt sich aus. Portale, wie skyscanner.de, helfen und zeigen die Flugpreise an verschiedenen Tagen sehr übersichtlich. Ferienzeit ist logischerweise teuer. Ebenso wie Wochenenden, Feiertage und im Zeitraum von Großveranstaltungen. Am besten die Flugpreise checken, bevor man Urlaub einreicht, denn zwischen einem Abflug am Mittwoch und einem am Freitag liegen schnell mal 300 Euro. Auch ein Weg für Flexible: Zuerst die Flüge, dann das Reiseziel wählen.

6. Newsletter der Airlines nutzen

Vor allem Billig-Flieger, wie Jet Star oder Air Asia, beglücken Newsletter-Abonnenten immer wieder mit sensationell günstigen Flugtickets. Wenn das Reiseziel feststeht, einfach mal ein paar Newsletter von Billig-Fliegern/Flugportalen bestellen. Wieder abbestellen kann man die digitale Post im Nachhinein schnell.

7. Error-Fares der Airlines checken

Wo gehobelt wird, fallen Späne und wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Wie man das beim Flugbuchen nutzen kann? Durch die sog. Error Fares. Das sind Preise, die von Fluggesellschaften falsch hinterlegt worden sind. Diese Preise unterscheiden sich teilweise krass vom Normalpreis (logisch, wenn die Fluggesellschaft bei der Eingabe z.B. einfach mal eine Null vergisst). Die Buchung solcher Angebote ist völlig legal. Es gibt Internetseiten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, nach solchen Preisfehlern (und anderen Schnäppchen) zu suchen: Schaut dazu mal auf travel-dealz.detravel-cheaper.deexbir.de, travelox.deschnappr.de oder urlaubsdealer.com vorbei.

8. Preis auf anderen Endgeräten prüfen

Online-Shops und Flugportale können leicht feststellen, ob ein Besucher via Handy, Tablet oder PC ihre Seite besuchen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat in Stichproben herausgefunden, dass sich Endpreise für gleiche Produkte auf verschiedenen Geräten massiv unterscheiden. Ob ein iPad-Nutzer grundsätzlich mehr bezahlt als jemand, der mit einem alten PC surft, lässt sich dabei, laut einer Studie von Forschern der Northeastern University Boston, nicht pauschal sagen. Fakt ist aber: Der Vergleich lohnt sich, denn die Preise unterscheiden sich im Test um bis zu 200,- €.

9. Vor dem Buchen: Cache leeren

Wie bei allem anderen, hinterlässt auch die Suche nach billigen Flügen Spuren im Netz. Wer also oft den Preis eines bestimmten Fluges im Netz checkt, signalisiert großes Kaufinteresse. Das nutzen manche Fluggesellschaften und erhöhen dementsprechend die Preise beim nächsten Besuch. Auch unterscheiden Online-Reisebüros die Herkunft der Nutzer. Kommt ein Besucher direkt auf ihre Seite, kann es passieren, dass er einen etwas höheren Preis angezeigt bekommt, als jemand, der über Google nach dem billigsten Preis sucht. Dagegen hilft: Vor der finalen Buchung den Cache leeren, den Browser oder sogar den Computer wechseln.

10. Nicht verunsichern lassen!

Viele Flugportale bieten Reiserücktrittsversicherung, Gepäckversicherung und Co. an. Lasst euch davon nicht verunsichern! Gepäck ist grundsätzlich über die Fluggesellschaft versichert- doppelt zahlen hält hier nicht besser. Eine Reiserücktrittsversicherung habe ich 1x bei der Buchung über ein Flugportal abgeschlossen. Ich hätte sie auch gebraucht, da ich den Flug nicht angetreten habe. Aber nach zahlreichen (kostenpflichtigen!) Telefonaten mit der Hotline habe ich es aufgegeben und keinen Cent wiederbekommen. Gerade günstige Angebote haben oft große Haken und nur sehr eingeschränkte Leistungen. Daher unsere Erfahrung: Entweder eine gute Reiserücktrittskostenversicherung von einem namhaften (unabhängigen) Anbieter oder gar keine!