Die Qual der Wahl

Die richtige Digitalkamera für eine Reise oder den Urlaub zu finden kann ganz schön kompliziert werden. Das Überangebot an verschiedenen Systemen, Modellen und Ausstattungsvarianten ist schon eine Herausforderung für sich. Hinzu kommen noch reise-spezifische Anforderungen. Ist die Kamera robust? Kann ich damit auch unter Wasser fotografieren? Leistet sie auch alles, was ich brauche? Jeder hat hierbei andere Gewichtungen und oft ist es schwierig mit Produktbeschreibungen allein das richtige Modell zu finden.

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Welche Kamera passt zu mir?

In über drei Jahren Weltreise habe ich enorm viel mit verschiedenen Kameras fotografiert und mich immer wieder mit anderen Reisenden intensiv über dieses Thema ausgetauscht. Meine Erfahrungen möchte ich hier mit Dir teilen. Egal ob Einsteiger oder Reisefotograf, diese Testreihe hilft, die richtige Reisekamera für Deine Ansprüche zu finden.

Grundlegend gibt es folgende Optionen:

Dabei hat jedes dieser Modelle seine Vor- und Nachteile. In welcher Kategorie Du Deine Kamera findest, hängt nicht zuletzt von Deinen eigenen Präferenzen ab. Bevor ich in den einzelnen Artikeln detailliert auf die unterschiedlichen Optionen zu sprechen komme, möchte ich hier noch einige grundlegende Faktoren zum Thema Kamera auf Reisen klären.

Ausgesuchte Reisekameras

Was macht eine gute Reisekamera aus?

Von technischer Seite muss die Reisekamera ein Alleskönner sein. Typische Reisefotos sind zum Beispiel: Weitwinkelaufnahmen von Landschaften, Innenaufnahmen ohne Blitz in Museen oder Kirchen, Nahaufnahmen von Pflanzen oder weit entfernten Tieren und natürlich Fotos von uns, unseren Reisepartnern und Menschen, die wir unterwegs treffen.

Um diesen Anforderungen gewachsen zu sein, muss die Kamera ein breites Spektrum abdecken. Wir brauchen einen Weitwinkel für die Landschaften, große Lichtstärke für Innenaufnahmen ohne Blitz, eine große Zoom- und am besten noch eine Makrofunktion. Verwendet man eine Spiegelreflex hat man da schnell 3-4 Objektive dabei.

Hier die wichtigsten technische Anhaltspunkte:

  • Weitwinkelobjektiv (mindestens 28mm)
  • großer Zoombereich bzw. Teleobjektiv (100 – 400mm Brennweite)
  • hochwertiges Objektiv
  • großer ISO-Bereich mit rauscharmen Aufnahmen in den höheren Bereichen
  • guter Akku

Die Anzahl der Megapixel ist mittlerweile zweitrangig. Ab 10 Megapixel reicht die Auflösung für den Druck von A3 oder gar A2 Postern. Für Bilder, die nur auf dem Bildschirm angeschaut werden, reicht sogar eine noch kleinere Auflösung. Zum Vergleich: Ein HD-Fernseher hat gerade mal 2 Megapixel. Der Qualitätsunterschied entsteht vor allem durch eine gute Linse, einen guten Zoom und einen guten Chip. Heutzutage bieten glücklicherweise die meisten Kameras diese Elemente grundlegend an. Natürlich entscheidet dennoch die jeweilige Preisklasse über Unterschiede in Funktionalität, Qualität und Handling – und diese können durchaus erheblich sein.

Nutzen im Reisealltag steht im Mittelpunkt

Neben den technischen Voraussetzungen gibt es aber auch reise-spezifische Faktoren. Folgende Fragen spielen dabei eine große Rolle:

Reisetauglichkeit
Wie schwer ist die Kamera? Lässt sie sich schnell ein- und auspacken? Wie auffällig ist die Kamera? Kann ich auch mal versteckt Fotos schießen und sie vor Dieben verbergen, oder sieht man mir den Touristen schon von Weitem an?

Handling
Wie einfach ist die Bedienung? Wie intuitiv ist das Menü? Wie schnell lassen sich Fotos schießen? Muss ich mir erst eine Anleitung durchlesen oder kann ich direkt mit dem Fotografieren starten?

Da, wie gesagt, die meisten aktuellen Modelle die technischen Hard-Facts erfüllen, werde ich die verschiedenen Kameras vor allem auf den Nutzen im Reisealltag und das Preis-Leistungs-Verhältnis innerhalb der jeweiligen Kategorie hin prüfen. Natürlich werde ich auch erklären, inwieweit Funktionalitäten durch die Kategorie eingeschränkt sind und welches Modell sich besonders für unterschiedliche Anwender eignet. Los geht´s: